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Zöliakie - bessere Lebensqualität durch gentechnisch verändertes Getreide?Anwendungsmöglichkeiten der Gentechnik
Bei diesen Beispielen aus der Medizin geht es entweder um verbesserte Herstellungsverfahren oder die erstmals mögliche Herstellung von Proteinen, die beim Menschen als körpereigene Wirkstoffe dienen. Das gleiche Prinzip gilt für viele Enzyme - ebenfalls Proteine -, die heute in der Diagnostik, für Waschmittel oder auch im Lebensmittelbereich benötigt werden. Gentechnische Verfahren haben quasi unsichtbar, weil ohne jeden Einfluss auf die Endprodukte schon breiten Einzug in die Lebensmittelherstellung gehalten. Herstellungsverfahren für Enzyme und viele andere Substanzen wurden mit gentechnischen Verfahren im Hinblick auf Wirtschaftlichkeit und auch Umweltfreundlichkeit optimiert. Zahlen aus der Produktion von Enzymen, Aminosäuren oder anderen Substanzen aus Mikroorganismen, die für die Lebensmittelherstellung gebraucht werden, belegen die Wettbewerbsfähigkeit der Technik. Werden bei der Produktion des Enzyms Alpha-Glucosidase, das für die Diagnostik und im Lebensmittelbereich verwendet wird, gentechnisch veränderte Mikroorganismen eingesetzt, wird weniger als ein Zwanzigstel des Wassers und ein Fünfzigstel des Stroms gegenüber herkömmlichen Mikroorganismen verbraucht. Der Abfall reduziert sich um zwei Drittel. In diesen Sektor gehört übrigens auch das Chymosin, das für die Käseherstellung gebraucht wird. Früher nur aus kleingehäckselten Kälbermägen extrahierbar, kann man es heute in hochreiner Form aus gentechnisch veränderten Mikroorganismen gewinnen. Ähnlich dem Insulin hat man das Gen für das Eiweiß Chymosin in Mikroorganismen eingebracht. Das Chymosin ist das gleiche wie bisher und in keiner Weise "gentechnisch verändert" der Käse ist kein "Genkäse". Verändert hat sich allein das Herstellungsverfahren: statt Extraktion aus Kälbermägen oder Produktion in "herkömmlich (mit Chemikalien oder mutagener Strahlung) genveränderten" Mikroorganismen wird nun mit gut charakterisierten gentechnisch veränderten Mikroorganismen gearbeitet. Ganz abgesehen von der Wettbewerbsfähigkeit der Technologie kommen wir damit de fakto auch zu einem Mehr an Sicherheit: wir wissen viel genauer, was wir tun.
Vor dem Hintergrund, dass die Gentechnik schon vielfach zur Optimierung von Herstellungsverfahren eingesetzt wird, bilden Sie sich bitte ein eigenes Urteil über Bestrebungen von Handels- und Lebensmittelunternehmen die, - aus lauter Angst vor fundamentalen Gentechnik-Gegnern und neuerdings selbsternannten Verbraucherschützern wie Greenpeace - Enzymhersteller auffordern, Enzyme nur aus "herkömmlichen" Mikroorganismen zu liefern. Teilweise gibt es jedoch gar keine Enzyme mehr aus "herkömmlichen" Mikroorganismen. Dies gilt zum Beispiel für die Maisstärkeverzuckerung. Maisstärkeprodukte gehen in unsere Lebensmittel ein als Glucosesirup, Fructose, Dextrose, modifizierte Stärken oder Maltodextrine, als Trägersubstanzen für viele Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamine oder auch für die Medikamentenherstellung. Früher wurde die Maisstärkeverzuckerung auf chemischen Weg mit Säuren erreicht. Längst werden Enzyme eingesetzt, die umweltfreundliche Verfahren ermöglichen. Diese Enzyme stammen aus gentechnisch veränderten Mikroorganismen. Die Maisstärkeprodukte sind unberührt von der Gentechnik, aber eben doch mit ihrer Hilfe hergestellt. << vorherige Seite nächste Seite >>
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