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Zöliakie - bessere Lebensqualität durch gentechnisch verändertes Getreide?Gentechnisch veränderte Nutzpflanzen
Außerdem laufen viele tausend Freisetzungsversuche, die Entwicklung weiterer Kulturpflanzen wie etwa der Zuckerrübe ist bereits bis zu diesem Stadium fortgeschritten. Es gibt unterschiedliche Schätzungen, was die Marktgröße der nächsten Jahre anlangt, von vielen Industrieunternehmen werden 70 Milliarden US$ in gut 10 Jahren erwartet. Das vorausgesagte Potential der "Grünen Biotechnologie" bestätigt sich auch bereits in der Praxis. Beim Anbau des vor Schadinsekten geschützten Bt-Maises (Bt: in diesen Mais wurde ein Gen des Bodenbakteriums Bacillus thuringiensis eingeführt) beispielsweise erzielen die US-Farmer Mehrgewinne, die vor allem auf der Einsparung von Insektiziden beruhen. Für Landwirte in den USA, Australien, Kanada, Mexiko, China oder Argentinien sind die Vorteile der neuen Pflanzensorten offensichtlich ziemlich überzeugend. Bei Sojasorten, die ein bestimmtes Unkrautbekämpfungsmittel wesentlich besser verkraften als die herkömmlichen Sorten, ist der Anbau in den USA beispielsweise von 1-2 % (1996) über 13 % (1997) auf 36 % in 1998 gestiegen. 1999 werden ca. 54% der Gesamtanbaufläche mit den neuen Sorten bestellt. Allein die Soja-Anbaufläche ist damit größer als die gesamte landwirtschaftliche Nutzfläche Deutschlands. Diese enorme Ausdehnung mit einem Angebot von vielen Hundert Sorten erklärt sich ganz einfach: Der Anbau macht für die Farmer sowohl wirtschaftlich als auch unter Umweltgesichtspunkten Sinn. Die Praxis der letzten vier Jahre gezeigt, dass die Einsparungen an Unkrautbekämpfungsmitteln bei durchschnittlich 25%, umgerechnet etwa 100 DM/ha liegen. Ähnliches gilt für den kommerziellen Anbau von Baumwolle, Raps, Kartoffeln und anderen Kulturpflanzen in den USA, die klarer Marktführer sind. Europa ist hier noch ein fast unbeschriebenes Blatt, und einige Länder sind sogar ausgesprochen stolz auf diese Entwicklung. Diese europäische Realität mutet etwas anachronistisch an. Der große Optimismus, mit dem Saatguthersteller und Farmer in Nordamerika und auch anderen Ländern ihre neuen Sorten präsentieren, wäre dementsprechend hierzulande kaum denkbar. Zur Zeit versuchen allerdings europäische Gentechnikgegener mittels Protesttourismus auch in den USA Stimmung gegen die Gentechnik zu machen.
Die Themen, die im Vordergrund der Anti-Gentech-Kampagnen stehen, sind leider nur auf Breitenwirkung angelegt und konzentrieren sich dementsprechend in erster Linie auf gesundheitliche Risiken. Eine Auseinandersetzung mit den Anforderungen an eine moderne Landwirtschaft findet öffentlich leider so gut wie gar nicht statt. Romantische Vorstellungen vom weltweiten biologischen Landbau haben wir wahrscheinlich alle, aber die Realität der damit erzielten Erträge sieht nun einmal anders aus. Tatsache ist, dass mit Hilfe der Gentechnik hergestellte Produkte bzw. gezüchtete Pflanzensorten detaillierten Einzelfallprüfungen unterzogen werden. Das ist eine im Lebensmittelbereich bisher einmalige Vorgehensweise. Geprüft wird unter gesundheitlichen Aspekten vor allem auch die potentielle Allergenität. Aufgrund der Tatsache, dass die so in unsere Nahrungsquellen neu eingeführten Proteine stets in technisch ausreichenden Mengen zur Verfügung stehen, gehören sie allerdings nicht nur im Hinblick auf ihre mögliche Allergenität zu den bestuntersuchten Eiweißen in unserer gesamten Nahrungskette. << vorherige Seite nächste Seite >>
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