"Stabile Transformation von Mais (Zea mays L.) mit
Weizenspeicherproteingenen ohne Zöliakie-auslösendes Potential
zur Verbesserung der Backeigenschaften".
Universität Hamburg, Institut für Allgemeine Botanik
und Botanischer Garten, AMP II
Prof. Dr. H. Lörz/ Dr. D. Becker
Laufzeit des Vorhabens: 01.02.2000 - 31.01.2005
1. Zielsetzung
Ziel dieses Teilprojekts ist die stabile Transformation und Expression
von Speicherproteingenen des Weizens im Endosperm von Mais. Hierdurch
soll Maismehl vergleichbare Backeigenschaften erhalten wie Weizen.
Zusätzlich soll das entstandene Produkt im Unterschied zu Weizen
kein Zöliakie-auslösendes Potenzial besitzen. Zur Realisierung
des Teilprojektes ist die stabile Transformation und Expression
von vier verschiedenen Speicherproteingenen aus Weizen und Mais
vorgesehen. Bei den Genen handelt es sich um zwei Untereinheiten
der High Molecular Weight (HMW)-Glutenine, ein Gen für eine
Low Molecular Weight (LMW)-Untereinheit und ein modifiziertes Gen
einer LMW-Untereinheit mit veränderten Komplexierungseigenschaften.
Die koordinierte Expression aller vier Gene soll zur Bildung eines
dem Weizenkleber (Gluten) vergleichbaren Produkts in transgenem
Mais führen.
2. Arbeitsprogramm
Funktionsanalyse von Promotoren aus Weizen und Mais in Mais:
Eine wichtige Voraussetzung für die Ausbildung guter Backeigenschaften
ist die hohe und stabile Expression von Kleberproteinen. Im Weizen
muss der Anteil der HMW-Proteine (Glutenine) bei ca. 6% des gesamten
Endospermproteins liegen, damit es zu einer für das Backen
ausreichenden Ausbildung der visko-elastischen Eigenschaften des
Klebers kommt. Deshalb ist es von entscheidender Bedeutung, dass
die Expression der Speicherproteingene des Weizens im Mais von sehr
starken Promotoren gesteuert wird. Diesbezüglich sollen zwei
starke Endosperm-spezifische Promotoren auf ihre Eignung hin getestet
werden: Zum einen ein HMW- Promotor aus Weizen und zum anderen ein
Zein-Promotor aus Mais. Als Reportergen dient uidA (gus),
das die ß-Glucuronidase codiert, deren Enzymaktivität
sich histochemisch über eine Farbreaktion nachweisen lässt.
Zusätzliche Modifizierungen der Promotor-gus Konstrukte im
Promotor- bzw. Terminatorbereich sollen auf eine zusätzliche
Verstärkung der Expression untersucht werden.
3. Aktueller Stand der Arbeiten
Die insgesamt vier Reportergenkonstrukte wurden über die biolistische
Ko-Transformation von Scutellumgewebe unreifer Maisembryonen mit
dem Markerplasmid pUbi/AcS stabil in Mais transformiert. Dieser
Marker codiert die Phosphinoacetyltransferase, die gegen den Wirkstoff
Glufosinat-Ammonium, die wirksame Komponente von Herbiziden wie
z.B. Basta oder Liberty, Toleranz verleiht.
Für jedes Konstrukt konnten Glufosinat-tolerante Pflanzen regeneriert
werden. Über histologische Nachweise konnte eine Expression
des uidA-Gens spezifisch im Mais-Endosperm gezeigt werden. Sowohl
der HMW- als auch der g-Zein-Promotor
führen in Mais zu einer starken gus-Expression im Endosperm.
Die abschließende Beurteilung welcher Promotor zur Expression
der Weizen-Speicherproteingene verwendet werden soll, steht kurz
vor der Entscheidung.
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