|
"Präparation und Charakterisierung zöliakieverträglicher
Kleberproteine/Detoxifikation durch Immunmodulation"
Dr. H. Wieser
Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie, Garching
Laufzeit des Vorhabens: 01.02.2000 - 31.01.2005
1. Zielsetzung
Dieses Teilprojekt nimmt eine zentrale Position zwischen der Pflanzen-
und Proteinproduktion und der Toxizitätsprüfung und Produktentwicklung
ein. Im einzelnen sollen die von transgener Hefe (Teilprojekt 1),
transgenem Weizen und transgenem Mais (Teilprojekt 2) produzierten
Proteine präpariert und charakterisiert werden. Anschließend
sollen diese für die Zöliakie-spezifische Toxizitätsprüfung
(Teilprojekt 4) aufbereitet werden. Die Hefeproteine sollen durch
Umsetzung mit Redoxreagenzien in kleberähnliche Produkte umstrukturiert
werden. Mehle aus transgenem Weizen und Mais sowie Mais- und Reismahlprodukte,
die mit aufbereitetem Hefeprotein versetzt sind, sollen mit Mikromethoden
auf Teig-, Kleber- und Backeigenschaften geprüft werden, um
damit eine Vorauswahl für die Produktion im Technikumsmaßstab
(Arbeitsgruppe 6) zu treffen. Schließlich sollen für
Teilprojekt 4 (Immunmodulation) synthetische Peptide in reiner Form
hergestellt werden.
2. Arbeitsprogramm
Entsprechend der Zielsetzung gliedern sich die Arbeiten in vier
Abschnitte:
1 - Peptidsynthese;
2 - Reinigung, Charakterisierung und Aufbereitung der in Hefe produzierten
Weizenproteine;
3 - Charakterisierung von gentechnisch verändertem Weizen und
Mais;
4 - Untersuchung der Teig- und Backeigenschaften im Mikromaßstab.
3. Aktueller Stand der Arbeiten
1. Peptidsynthese
Im Berichtszeitraum wurden dreizehn synthetische Peptide aus der
N-terminalen Domäne von a-Gliadinen
mit modifizierter Aminosäurensequenz hergestellt sowie ein
Peptid aus LMW-Untereinheiten von Glutenin, zwei Peptide aus Zein
von Mais und ein Peptid aus Casein. Die Arbeitsschritte bestanden
dabei im einzelnen aus der Synthese von Peptiden mit einem automatischen
Peptidsynthesizer. Dazu wurde die Fmoc-Methode angewendet, bei der
der 9-Fluorenylmethoxycarbonyl-Rest (Fmoc) als Schutzgruppe verwendet
wird. Die erhaltenen Rohpeptide wurden durch zweistufige präparative
RP-HPLC gereinigt und gefriergetrocknet. Die mittels analytischer
RP-HPLC geprüfte chromatographische Reinheit aller Peptide
lag bei über 99 %. Mit Hilfe eines Massenspektrometers LCQ
wurde die Reinheit nochmals überprüft und die Identität
festgestellt, die Massen der Peptide entsprachen durchweg den theoretischen
Werten. Die Peptide wurden zur immunologischen und toxikologischen
Untersuchung dem Rayne Institut London (Teilprojekt 4) übersandt.
<< vorherige Seite
|