Zusammenfassung der Projektzielsetzung
Die Leitidee dieses Forschungsprojektes ist die Beseitigung der
Zöliakie-Toxizität von Weizenproteinen unter gleichzeitigem
Erhalt ihrer funktionellen Eigenschaften. Die wichtigste funktionelle
Eigenschaft besteht darin, dass Kleberproteine im Weizenmehl mit
Wasser dehnbare und elastische Filme bilden, eine Grundvoraussetzung
für die Herstellung von Backwaren aus fermentativ gelockertem
Teig mit porösen Krumen.
Zur Bestätigung der Arbeitshypothese, dass lediglich die Gliadine
und nicht die Glutenine das Potenzial zur Auslösung der Zöliakie
besitzen, soll zunächst mit Hilfe gentechnischer Verfahren
hochreines Glutenin in Hefen hergestellt werden. Mit diesem Ansatz
soll gleichzeitig belegt werden, dass die elastischen Eigenschaften
des Klebers allein durch die Glutenine bestimmt werden, wogegen
die viskosen Eigenschaften auch von anderen Proteinen übernommen
werden können, z.B. durch Proteine aus Mais. Sollte jedoch
wider Erwarten auch von den Gluteninen eine Zöliakie-auslösende
Wirkung ausgehen, muss diese Arbeitshypothese verworfen werden.
Dann müssen die Glutenine gentechnisch so modifiziert werden,
dass sie ihre funktionellen Backeigenschaften behalten, ihre Zöliakie
auslösende Wirkung aber verlieren.
Das Ergebnis der Zöliakie-Toxizitätsprüfung der
Glutenine ist damit entscheidend für die weitere Vorgehensweise.
Im Einzelnen sind in dem Zöliakie-Verbundprojekt folgende
Ansätze vorgesehen, die von insgesamt acht verschiedenen Gruppen
bearbeitet werden:
- Expression von Weizenspeicherproteinen in Hefe;
- Transformation von Mais mit Weizen-Gluteningenen;
- Inaktivierung von Gliadin-Genen in Weizen;
- Beseitigung der Immunreaktion durch Immunmodulation des intestinalen
Immunsystems;
- Entwicklung, ernährungsphysiologische Bewertung und Untersuchung
der Vermarktungsmöglichkeiten der Produkte aus gentechnisch
veränderten Rohstoffen.
Entsprechend der Projektplanung wurde mit der Bearbeitung der ersten
vier Ansätze begonnen.
Detaillierte Beschreibung der Zielsetzung, des Arbeitsprogramms
und des Stands der Arbeiten